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Heilpflanze des Monats

Tierfutter, Dekorations-Objekt und Bastelmaterial - die Rosskastanie hat höhere Qualitäten...

Die Rosskastanie - Aesculus hippocastanum L.

Die Pflanze
Die Rosskastanie ist ein in Europa, Kleinasien und Nordindien beheimateter bis zu 35 m hoher, sommergrüner Baum mit großer, regelmäßiger Krone. Die Laubblätter sind 5- bis 7-fach gefiedert und sitzen an langen, rinnigen Stielen. Die weißen, gelb- oder rötlichen Blüten sitzen zahlreich in kegelförmigen, steil aufrechten Rispen. Die gelbgrünen, kugeligen Früchte sind mit weichen Stacheln besetzt und enthalten glänzend braune Samen mit einem großen, hellen Nabelfleck. Diese Samen sind nicht für den menschlichen Verzehr geeignet. (Die Esskastanie (Castanea vescalsativa) gehört dagegen zur Familie der Buchengewächse und besitzt abgesehen von den Früchten, keinerlei Ähnlichkeit mit der Rosskastanie.).

Medizinisch verwendet werden Extrakte aus den Samen, der Rinde und den Blättern, wobei ein echter therapeutischer Nutzen nur für die Samenextrakte belegt ist. Importiert wird die Droge aus osteuropäischen Ländern.

Die Inhaltsstoffe
Für den Hauptwirkstoff Aescin, einem Gemisch aus monodesmoidischen Triterpensaponinen, sind gefäßabdichtende, venentonisierende und antiödematöse Wirkungen beschrieben. Weiterhin sind im Extrakt Flavonoide enthalten, während die toxikologisch bedenklichen Cumarinderivate Aesculin und Fraxin nur in Auszügen aus Rinde, Blätter, Blüten oder Fruchtschalen enthalten sind. Zur Anwendung kommen mit alkoholischen Auszugsmitteln hergestellte, standardisierte Trockenextrakte aus den Samen. Die Wirksamkeit von Präparaten, die einen Extrakt aus den Blättern oder der Rinde der Rosskastanie enthalten, ist nicht belegt.

Wo kann die Rosskastanie helfen?
Präparate aus Rosskastaniensamenextrakt zum Einnehmen oder auch aus reinem Aescin werden bei chronischer Veneninsuffizienz eingesetzt. Äußerliche Zubereitungen wie z.B. Gele zeigen außer einem kühlenden Effekt vermutlich wenig Wirkung.

Die venöse Insuffizienz (Venenschwäche) äußert sich in Schmerzen, Spannungs- und Schweregefühl der Beine sowie Schwellungen, die besonders abends und an heißen Tagen ausgeprägt sind. Sichtbare Zeichen sind Krampfadern und Besenreißer. Durch die Wassereinlagerungen kommt es zu einer Minderversorgung des Gewebes mit Sauerstoff, es kann dann langfristig zu Entzündungen und Geschwüren kommen.

Aescin vermindert die Schwellungen ähnlich gut wie eine Kompressionstherapie, jedoch ist die medikamentöse Behandlung kein Ersatz für weitere angeordnete Maßnahmen, wie z.B. das Wickeln der Beine oder das Tragen von Stützstrümpfen.

Auch bei verletzungsbedingten Gewebeschwellungen sind diese Präparate wirksam, nicht jedoch bei Schwellungen anderer Ursachen wie z.B. Stauungen des Lymphsystems oder Ödeme bei Herzinsuffizienz.

Art der Anwendung, Dosierung
Es sind Tabletten, Kapseln und Dragees zur Behandlung von Venenleiden aber auch von Hämorrhoiden im Handel, die einen Trockenextrakt meist aus Rosskastaniensamen, der auf Aescin standardisiert ist, oder die reines Aescin enthalten. Die Wirksamkeit äußerlich anzuwendender Zubereitungen wie Gele, Tinkturen oder Badezusätzen ist dagegen nicht belegt.

Die mittlere Tagesdosierung innerlich einzunehmender Präparate beläuft sich auf 100 mg Aescin. Für äußerlich anzuwendende Präparate ist keine Dosierungsempfehlung möglich, da äußerlich angewandtes Aescin vermutlich keine Wirksamkeit besitzt.

Worauf ist unbedingt zu achten?
Empfindliche Personen können mit Magen- und Darmreizungen reagieren. Die Einnahme sehr hoher Dosen kann zu Erbrechen, Durchfall und anderen Vergiftungserscheinungen führen. Abhilfe kann hier die Verwendung einer magensaftresistenten Formulierung bringen.

Vor Beginn einer Behandlung sollte sichergestellt sein, dass die Schwellungen in den Beinen durch eine Veneninsuffizienz verursacht sind und andere Erkrankungen, wie z.B. eine Stauung des lymphatischen Systems oder eine Herzinsuffizienz nicht vorliegen.

Tritt innerhalb von vier bis sechs Wochen keine Besserung der Beschwerden ein, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Weitere vom Arzt verordnete Maßnahmen (z.B. Stützstrümpfe) sollten weitergeführt werden.

Die Verwendung von Teezubereitungen z.B. aus Blättern oder der Verzehr der Samen kann zu Vergiftungen führen!

Nicht ohne ärztlichen Rat während Schwangerschaft und Stillzeit anwenden! Es liegen keine Daten zur Unbedenklichkeit vor.

Nicht ohne ärztlichen Rat bei Erkrankungen der Niere oder Leber anwenden! Bei einer intravenösen Anwendung wurden Leber- und Nierenschädigungen beobachtet.

Wechselwirkungen: Nicht ohne ärztlichen Rat anwenden bei gleichzeitiger Behandlung mit blutgerinnungshemmenden Medikamenten (z.B. Phenprocoumon, Acetylsalicylsäure)! Durch den Gehalt an Cumarinen aber auch durch Aescin selbst kann es zu einer Verstärkung der blutgerinnungshemmenden Wirkung kommen.

Da Aescin eine hohe Plasmaeiweißbindung aufweist, kann es theoretisch zu Wechselwirkungen mit anderen, stark plasmaeiweißgebundenen Arzneimitteln kommen.

Bild: meXXart pohl & veith GbR

Quelle: www.heilpflanzen-suchmaschine.de
© Mit freundlicher Genehmigung von HEXAL AG

Rosskastaniensamen